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Achtung Setzzeit!

Mit dem wärmeren Wetter sind im Frühling wieder viele Hundehalter mit ihren Vierbeinern im Wald unterwegs. Nach dem langen Winter sind sowohl Mensch als auch Hund froh, wenn die Wiesen wieder grün werden und die ersten Blumen zu spriessen beginnen. Dies ist vor allem auch für unser einheimisches Wild eine sehr wichtige Zeit: die Jungtiere werden geboren.
Rehe setzen ihre Kitze normalerweise zwischen Mai & Juni und bei Rothirschen werden in der selben Zeit die Kälber geboren. Auch die sensiblen Feldhasen säugen in dieser Zeit die ersten Junghasen des Jahres und viele bodenbrütende Vögel legen ihre Eier. Nicht nur Neugeborene, sondern auch hochträchtige Muttertiere vor der Geburt brauchen jetzt erhöhten Schutz.

Setzzeit

Deshalb beginnt am 1. April die Setzzeit, während der Hunde in weiten Teilen der Schweiz sowie im nahen Ausland im und am Wald an der Leine zu führen sind.
In den Kantonen Aargau, Basel, Luzern & Zug gilt die Leinenpflicht für Hunde vom 1. April bis zum 31. Juli, in Genf vom 1. April bis zum 15. Juli und in Bern & Schaffhausen vom 1. April bis zum 30. Juni. In den Kantonen Solothurn und Zürich geht die Setzzeit vom 1. Mai bis zum 30. Juni und in Neuenburg vom 15. April bis zum 30. Juni. In Glarus besteht in und am Wald sogar eine ganzjährige Leinenpflicht für Hunde, ausgenommen Jagd- und Gebrauchshunde. Andere Kantone, wie beispielsweise Wallis oder Nid- & Obwalden haben zwar keine kantonal geregelte Leinenpflicht während der Setzzeit, dafür aber in verschiedenen Gebieten eine z.T. bis in den Sommer dauernde Leinenpflicht.

Auch wenn man in einem Kanton ohne gesetzliche Leinenpflicht lebt, sollte man den Hund während der Setzzeit dem Wild zuliebe anleinen. Die Leine muss im Wald aber kein Spassverderber sein. Schleppleinen aus verschiedenen Materialien kann man heutzutage beinahe überall kaufen. Besonders Leinen aus Biothane sind im frühlingstypischen Matsch gut geeignet, da sie einfach zu reinigen sind und schnell wieder trocknen. Mit der langen Leine hat der Hund genügend Freiraum sich auszutoben, bleibt dabei aber immer unter Kontrolle des Besitzers und kann so keinen Wildtieren schaden.


Schleppleinen bitte niemals am Halsband befestigen! Immer ein Brustgeschirr benutzen.


Nach der Setzzeit ist vor der Setzzeit.
Hunde mit einem starken Jagdtrieb sollten im Wald immer angeleint sein, auch nach der Setzzeit. Denn ein Hund muss ein Reh nicht zu fassen kriegen um es zu töten. Wildtiere können durch den Stress, welcher ein wildernder Hund verursacht, auch später noch sterben. Das Revier Bruchtorf Ost hat zu diesem Thema umfassende Infos.
Die Leinenpflicht während Setzzeit ist also für uns alle ein guter Grund, das Training wieder mal aufzufrischen. Der Rückruf sollte mit jedem Hund trainiert werden. Dass der Hund zurückkommt, wenn der Besitzer ihn ruft, ist nicht nur auf der Hundewiese praktisch, sondern kann im Notfall auch Hund und Wild das Leben retten. Ebenfalls nützlich kann ein Stop-Pfiff sein. So hat man die Möglichkeit einen Hund auf Distanz abstoppen zu können und kann verhindern, dass er beispielsweise über eine befahrene Strasse rennt.

Um den Jagdtrieb eines Hundes dennoch in einer gesunden Art und Weise auszulasten, gibt es viele Möglichkeiten. Fährten auszuarbeiten ist für Hunde eine gute Möglichkeit, ihre Nase zu benutzen, während sie angeleint sind. Das muss natürlich keine Hasenfährte sein. Ein Wienerli oder ein gefüllter Futterbeutel, den man an einer Schnur hinter sich herzieht und den der Hund danach suchen kann, funktioniert auch super. Dummy Training ist eine weitere Möglichkeit, um jagdliche Anlagen kontrolliert ausleben zu können. Ursprünglich ein Teil der Retriever-Ausbildung, finden heute viele verschiedene Hunde grosse Freude daran, die Dummies zu suchen und zu apportieren.


Bitte denkt also daran, eure Hunde ab dem 1. April im Wald und am Waldrand anzuleinen. Die Wildtiere werden es euch danken!

Damit der Hund nicht rotsieht...

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Schöner Artikel in der Schweiz am Sonntag :-)
Ich finde es gut, dass die gelbe Schleife auch kontrovers diskutiert wird - wir sind uns ja einig, dass die meisten Hunde sie nicht bräuchten, wenn alle ein bisschen mehr Rücksicht aufeinander nehmen würden.

Allerdings löst "das an die Leine nehmen" nicht alle Probleme. Sehr sensiblen oder angst-reaktiven Hunden ist damit wenig geholfen. Auch habe ich noch keinen hier getroffen, der annimmt, dass er meine Hunde nicht streicheln darf, nur weil sie an der Leine sind... Aber wenigstens wird über die Kampagne gesprochen.

Beatrice Kaufmann hat den Artikel geschrieben. Folgende Mail habe ich von Ihr erhalten:

Liebe Frau Deimeke,

vielen Dank nochmal für Ihre telefonische Auskunft zum Thema gelbe Hunde. Der Artikel ist gestern in der Schweiz am Sonntag erschienen. Das entsprechende PDF finden Sie im Anhang. Mein Anspruch war es, das gelbe Band etwas bekannter zu machen. Weiter wollte ich recherchieren, wer die gelben Hunde bereits kennt und welche Meinungen sich unter den Hundeschulen dazu finden lassen. Nicht zuletzt soll das Ganze zur Diskussion, sowohl unter Hunde- wie auch unter Nicht-Hundehaltern, anregen und als kleines Gegengewicht zur eher einseitigen (Kampf-)Hunde-Berichterstattung in den Medien fungieren.

Mit besten Grüssen

Soziale Spaziergänge

Soziale Spaziergänge sind für Hunde – besonders für unsere gelben Hunde – eine gute Gelegenheit in einem kontrollierten Umfeld soziale Kontakte zu pflegen.

Bei einem sozialen Spaziergang führen wir die Hunde ruhig an der Leine und achten darauf, das die Leine locker ist und die Hunde genug Distanz zueinander haben, damit sie sich wohl fühlen. Dabei beobachten wir die Hunde genau und achten darauf, ob sie Beschwichtigungssignale zeigen. Mit Calming Signals wie zum Beispiel gähnen, sich abwenden oder über die Nase lecken zeigen Hunde untereinander wenn sie über etwas irritiert oder beunruhigt sind. Mit diesen Signalen werden Situationen beschwichtigt und Stress oder Spannungen abgebaut. Soziale Spaziergänge sind in erster Linie nicht "Spiel und Abenteuer Spaziergänge"!

Einer der ersten Spaziergänge mit dem GH-Admin-Team: Wir brauchen noch einen recht grossen Abstand.

Soziale Spaziergänge helfen den Hunden Sicherheit in Begegnungen mit anderen Hunden und Menschen zu bekommen. Ängstliche Hunde lernen, dass es okay ist, mit anderen Hunden zusammen unterwegs zu sein. Stürmische Junghunde können lernen, dass man nicht immer mit allen anderen Hunden spielen kann und können so einen ruhigen Umgang mit anderen Hunden lernen. Ältere Hunde können in geschütztem Umfeld mit anderen Hunden kommunizieren ohne ständige Spielaufforderungen ablehnen zu müssen. Gelbe Hunde können durch die sozialen Spaziergänge langsam den Abstand, den sie zu anderen Hunden brauchen, verkleinern.

Nach weiteren sozialen Spaziergängen: Die gelben Hunde können den Abstand zwischen sich verkleinern.

Dadurch dass wir darauf achten, dass den Hunden beim Spaziergang mit anderen Hunden wohl ist und ihre Individualdistanz einhalten, lernen sie, dass sie uns vertrauen können und wir ihnen Sicherheit geben. Die sozialen Spaziergänge geben den Hunden somit ein ideales Lernumfeld.

Kali, Bao und Scooby: Mittlerweile beste Freunde!

"Jagd ist das Aufsuchen, Nachstellen, Fangen, Erlegen und Aneignen von Wild durch Jäger. Die unerlaubte Jagd wird als Wilderei bezeichnet."

sagt die Wikipedia! Das bedeutet ja nicht zwangläufig, dass sie Recht hat - in diesem Fall ist allerdings an der Richtigkeit dieser Aussage nicht zu rütteln.

Am 26.08.2013 gibt die Gemeinde Hinwil wildernde Hunde im Bachtelgebiet zum Abschuss frei. Diese Meldung ist nicht nur in der regionalen Presse zu finden, sie schafft es doch tatsächlich bis in den blick!


Die Empörung war gross, leider nicht über den elenden Tod der gerissenen Rehe, sondern über die Freigabe zum Abschuss der wildernden Hunde.

Als Hundehalter war ich auch erstmal geschockt. Als Hundetrainerin war ich fuchsteufelswild und als Tierschützer hätte ich diesen Hundehalter gerne den Hals...(den Rest könnt ihr euch denken).

Ich denke, jetzt seit einer Stunde darüber nach, was ich darüber schreiben sollte?! Sorry, mir fällt nichts ein, ausser:

Wenn der Abruf eures Hundes nicht bombensicher ist und ihr einen Hund habt, der bestimmt Wild hinterher gehen wird, dann leint ihn um Himmels Willen an. Kein Hund stirbt, weil er mal eine Zeit lang an der Leine oder Schleppleine gehen muss oder weil ihr den Rückruf mit ihm trainiert.
Und denjenigen, die jetzt denken: "Mein Hund läuft nur ein paar Meter hinterher, der beisst ja nicht zu!", sei gesagt, je nach Witterungsverhältnissen bedeutet auch diese "kleine Hatz" im schlimmsten Fall den Tod dieses Rehs. (Punkt)

So eine kleine Hatz, kann nicht nur den Tod des Rehs verursachen. Sollte euer Hund das Reh über eine Strasse jagen, ist ein Unfall meist schon vorprogrammiert.

Wer sich umfassend informieren möchte, besucht bitte die Seite vom Revier Bruchtof-Ost. Wenn Jäger und Hundehalter zusammen arbeiten und sich an die Regeln halten, dann steht einem ruhigem Waldspaziergang ohne Zwischenfälle nichts mehr im Weg. Ein Beispielhaftes Projekt, wie ich finde.

Keine Lust zu stöbern? Hier der Link zur Seite mit Reh

Zu spät ist es ja bekanntlich nie :-)

Bücherliste - Anti Jagd Training

Schleppleinen (private Empfehlung - liegen gut in der Hand) Jetzt kommt nochmal der Hundetrainer durch (keine Angst): Schleppleinen bitte niemals am Halsband befestigen! Immer ein Brustgeschirr benutzen.

Alternativen

Über Fotos freue ich mich ja immer wie ein Schneekönig!

Gestern habe ich diese Fotos von Silvan erhalten und weil ich Junkel so grossartig finde, möchte ich euch die Bilder nicht vorenthalten :-)


Junkel ist aus Spanien und wird mal Rolli-Begleithund, das könnt ihr aber genauer bei Silvan nachlesen.


Total cool ist es, dass Junkel jetzt im Training ein gelbes Halstuch trägt! Besser gesagt, ein gelbes Halstuch von uns :-D


Danke Silvan für die tollen Bilder und weiterhin viel Erfolg im Training für Euch!

Eine Gelbe Schleife ist eine Gelbe Schleife -

und kein Freibrief!
Gerade eben habe ich einen Anruf erhalten, dass in ein 13 Jahre alter Hund von einem freilaufenden Hund angegriffen und schwer verletzt worden ist - der Besitzerin des 13 Jahre alten Hunde wurde gesagt, dass Sie selber schuld sei, schliesslich hätte der Hund (der zugebissen hat) eine gelbe Schleife an! Ob sie denn die Bedeutung nicht kennen würde, sie hätte dem Hund auszuweichen! Natürlich sind die Hundebesitzer, ohne die Verantwortung für den Beissvorfall zu übernehmen, ihrer Wege gegangen.

Ich formuliere jetzt mal vorsichtig: Liebe Hundebesitzer des aggressiven Hundes - eure Aktion war totaler Mist!
Und da ihr ja anscheinend die Kampagne verfolgt, möchte ich euch auffordern, euch zu melden und die Verantwortung zu übernehmen! Soviel Anstand solltet ihr doch haben.
Ihr dürft euch gerne bei mir melden - ich werde dann den Kontakt vermitteln.


Grundsätzliches muss also für alle wiederholt werden:

Hundebesitzer, die ihren Hund mit einer gelben Markierung kennzeichnen, tragen trotzdem die volle Verantwortung für das Benehmen ihrer Hunde und haben keine Sonderrechte! Seid bitte freundlich und bedankt euch für die Rücksichtnahme und Gutmütigkeit eurer Mitmenschen!

Braucht euer Hund mehr Platz, dann weicht aus! Das ist der Deal - ihr seid für das Wohlergehen eures Vierbeiners verantwortlich und kein anderer. Bedeutet das mehr Individualabstand, dann ist es eure Pflicht auszuweichen.

Hunde, die eine gelbe Markierung tragen, haben an der Leine zu sein - das ergibt sich von selbst - wäre der Hund sozial sicher, bräuchte er keine gelbe Markierung! Hunde in der Rekonvaleszenz nach Krankheit und /oder OP haben sowieso an der Leine zu gehen.

In dem Programm geht es nicht um aggressive Hunde! Hunde, die in Gegenwart von Menschen und anderen Hunden aggressives Verhalten zeigen, sind zum Schutz der Allgemeinheit mit einem Maulkorb zusätzlich zur Leine zu sichern!

Die gelbe Markierung ist eine temporäre Lösung für euch und eure Hunde, die euch die Zeit und den Raum verschaffen soll, euren Hund zu resozialisieren, dazu gehören auch ausgesuchte Kontakte zu Artgenossen und zu trainieren. Wollt ihr mit euren sensiblen Hunden an der Kampagne teilnehmen, bedeutet das Training, Training und nochmals Training.

Die gelbe Schleife befreit den Hundehalter in keiner Weise vom geltenden Gesetzen und Verordnungen, denen ist strikt Folge zu leisten.

Und jetzt noch eine persönliche Bitte: Leute seid nett zu einander! Beissvorfälle können passieren, dass ist nichts ungewöhliches - habt Anstand genug, die Verantwortung zu übernehmen. Ich kenne keinen Hundehalter, dem das nicht schon passiert wäre. Der Ton macht die Musik! Redet miteinander, bleibt ruhig und sachlich, tauscht Adressen aus und kommt für den entstandenen Schaden auf. Geht doch einfach gemeinsam zum Tierarzt, oftmals haben sich doch eh beide Hunde verletzt. Und vor allem, kontaktiert einen Hundetrainer :-)

Lesen - bis zum Ende - drüber nachdenken und verstehen, bitte.


Kodex zum runterladen und ausdrucken

Short notice!

Im Moment sind so viele fleissige Helfer unterwegs um Poster aufzuhängen und Flyer zu verteilen. Danke! Ihr seid spitze!
Oft stehen die aber vor ein und dem selben Problem: Wohin soll ich das Poster hängen?
In A4 ist es so gross, dass es meistens keinen Platz hat. In A5 hat es eine tolle Grösse, die fast überall hinpasst - alle Infos sind gut zu lesen und geben einen guten Überblick über die Kampagne "Gelber Hund", aber die Infotafeln sind nicht immer auf dem Spazierwegen, die die Hundehalter benutzen.



Einige von euch sind, nach Absprache mit den jeweiligen Gemeinden, auf die Idee gekommen, unsere Poster auf die Robidogs zu kleben :-)
Allerdings geht das nicht in A4 und in einem kleineren Format sind es zu viele Informationen auf kleinem Raum, um sie "mal eben" lesen zu können. Da alle Flyer und Poster der Kampagne unter Creative Commons Copyright steht (CC BY ND) ist es mit Copy & Paste nicht mal eben möglich kleinere Infozettel selber zu machen, also hier unsere "Short Notice":



Ich hoffe, damit ist allen geholfen, die sich für die Kampagne "Gelber Hund Schweiz" engagieren. Es passen vier Bilder auf ein A4 Blatt, für die, die selber drucken wollen.
Wer möchte kann die die Kärtchen (A6/ 200g m²) auch gerne bei uns bestellen! 10 Stück kosten 1.- CHF plus Porto.

Gelber Hund Schweiz in tierisch.tv, das glaubt uns keiner!

"Hallo, hier ist Silvi Herzog von tierisch.tv!" Ich hätte beinahe meinen Kaffee über den Küchentisch gespuckt, als ich hörte, wer am anderen Ende der Leitung ist. Kaum fünf Monate "Gelber Hund Schweiz" und schon das Fernsehen?! Dann ging alles ziemlich schnell. Nach Rücksprache mit meinen Kolleginnen Tanja und Simona war schnell klar, den 2-Minuten-Beitrag wollen wir machen.
Mensch, war ich nervös - so viele Gedanken sind mir durch den Kopf gegangen. Was soll ich sagen, hoffentlich gibt es nicht wieder Missverständnisse und kann Scooby das überhaupt schon? Im nachhinein waren alle Befürchtungen ganz umsonst - in einem kurzen Vorgespräch hatte Silvi Herzog schnell raus, in welche Richtung der Beitrag gehen sollte, zwei Minuten sind nicht wirklich viel um alle Aspekte zu beleuchten und wir waren froh, dass sie uns die Möglichkeit geben wollte, den Fokus auf die drei Punkte zu legen, die uns am Herzen lagen. Zum einen genau zu sagen für wen die Aktion ist und wie es funktioniert und zum anderen, dass die Verantwortung immer beim Besitzer des "Gelben Hundes" liegt.

Wir hatten einen interessanten und sehr entspannten Nachmittag beim Dreh ;-) Silvi Herzog hat und wirklich ganz fantastisch durch die für uns sehr ungewohnten Situationen gebracht und das immer mit einem Lächeln und einem Blick auf das Wohlergehen unserer Hunde. Danke dafür!

Für alles, die sich jetzt fragen, wie Scooby das denn gemeistert hat - seht selbst.

Hilfe für Hundehalter

Die gelbe Markierung soll Haltern von Hunden, die etwas mehr Freiraum benötigen, helfen.

Aber die Markierung, ob Schleife oder Halstuch, tut noch mehr.

Das kann ich am Besten durch unsere eigene Geschichte erklären. Meine Frau ist Hundetrainerin und - soweit ich beurteilen kann - eine ziemlich gute mit einer Menge Fachwissen. Unsere Hunde sind fast rund um die Uhr mit ihr zusammen und meine Frau kann jede Regung der Hunde deuten und rechtzeitig reagieren, wenn sie nicht so agieren, wie sie sollen. Ich kann das nicht. Das liegt (hoffentlich) nicht daran, dass ich zu blöd bin, sondern vielmehr daran, dass ich sehr viel weniger Zeit mit den Hunden verbringe. Ich habe auch nicht das Fachwissen, das meine Frau hat.

Das soll jetzt nicht heissen, dass man ein Diplom braucht, um mit Hunden umzugehen. Aber etwas, was man sehr gut kennt, kann man eben auch besser einschätzen als etwas, was man nicht so gut kennt. Das ist ganz normal.

Aus diesem Grund kann die gelbe Markierung am Hund auch mir, dem Hundehalter helfen, die Zeit für eine richtige Entscheidung zu bekommen. Und das kommt auch wieder den Hunden zu Gute.

Fotowettbewerb!

Frei nach dem Motto "Gelber Hund auf Gelb" könnt ihr bis Ende Mai auch über diese Hompage an unserem Fotowettbewerb teilnehmen.

Schickt mir einfach euer Foto zum Thema und ich veröffentliche es gerne hier auf der Seite. Ende Mai verlosen wir unter allen Teilnehmern das Buch von Mark Haddon, "Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone!"
Wer möchte kann sein Foto auch auf unserer Facebookseite oder auf google+ teilen.

Ich weiss, es regnet im Moment! Macht aber nichts - Ihr könnt auch mit einem Regenfoto am Wettbewerb teilnehmen.
Der Wettbewerb läuft noch bis Ende Mai - also Kamera raus - Foto gemacht und an uns geschickt.

Ich halte mich dran!

"Es reicht nicht Poster aufzuhängen und die gelbe Markierung zu benutzen, davon wird sich nichts ändern."

Neben den vielen positiven Rückmeldungen, hagelt es auch ordentlich Kritik an unserer Kampagne. Das ist verständlich und Kritik braucht es auch, um etwas zu ändern und zu erreichen - wir bringen schliesslich Hundebesitzer dazu, ihre Hunde zu kennzeichnen und damit ein öffentliches Statement zu geben - verallgemeinert sagt die gelbe Markierung ja nur: "Mein Hund funktioniert gerade nicht, wie andere Hunde". Was genau dahinter steckt, bleibt unseren Mitmenschen ja meist verborgen.

Ich finde das darum sehr mutig, zeigt es doch auch, dass wir die Situation erkannt haben und etwas an ihr ändern wollen. Darum sollte die gelbe Markierung auch als ein Versprechen, an euch selbst, an euren Hund und an eure Mitmenschen verstanden werden, mit dem Hund zu trainieren und ihm zu helfen in Zukunft besser zurecht zu kommen.

Die gelbe Markierung soll mir den Freiraum geben, den mein Hund braucht, um zu lernen. Hört sich erstmal komisch an, ist aber so. Ich glaube, Hunden ist es generell egal, ob der andere Hund ein gelbes Halstuch trägt oder auch nicht. Ich fordere ja von meinen Mitmenschen mehr Raum ein. Die meisten Kritiker werfen der Aktion vor, überflüssig zu sein , weil wir ja auch miteinander reden können, oder uns einfach an den Hundeknigge halten sollen, dann braucht es so ein "Mascherl" nicht. Wenn das denn mal so einfach wäre...

"Meiner tut ja nichts, der will nur mal schnell Hallo sagen."
Ich wette, das habt ihr schon tausendmal gehört und nur wenn ihr an solch brenzlige Situationen denkt, bekommt ihr feuchte Hände, mir geht es jedenfalls so. Denn es gibt viele Hundehalter, ihr kennt sie alle, die ihren Hund zwar anleinen, wenn sie einen anderen angeleinten Hund sehen, aber keinen Abstand halten.

Was ist in Städten, in denen generelle Leinenpflicht gilt? Alle Hunde sind angeleint, aber wie mache ich jetzt anderen klar, dass ich ein bisschen mehr Raum brauche - das steht nicht im Hundeknigge. Ach, wir können ja mit unserem gegenüber reden, aber kommen wir denn so nah an unsere Gegenüber heran, ohne dass die "Hundesituation" eskaliert? Ginge das, bräuchten wir die gelben Markierungen nicht ;-)

Ein grösseres Problem sehen viele in der Unkenntnis der Öffentlichkeit über die Aktion. Es ist auch eins, aber eigentlich ein sekundäres.

"Daran hält sich ja doch niemand"

Heute Morgen auf unserem Spaziergang habe ich über genau diese Aussage nachgedacht, und wollte ich mich gerade über einen anderen Hundebesitzer ärgern, da er meiner Bitte um Freiraum zum ausweichen nicht nachgeben wollte, als mir ein Gedanke durch den Kopf gegangen ist:

Ich halte mich daran!

Ist die gelbe Markierung nicht primär eine Erinnerung für mich selbst, mit meinem Hund zu trainieren und ihm den Freiraum zu geben, den er braucht, damit er etwas lernen kann? Eine Erinnerung daran, jede unbequeme Situation als Trainingssituation zu sehen und zu nutzen. Das ist nur eine kleine Korrektur in der Sichtweise, aber ich finde sie wirft ein ganz anderes Licht auf die Aktion "Gelber Hund". Plötzlich ist es etwas, dass ich mir höflich nehme und nicht etwas, auf das ich angewiesen bin.

Gelber Hund in der Schweiz

Ich sag euch, beim Nähen hatte ich viel Zeit über die Kampagne nach zu denken. Wo wollen wir hin und was wollen wir erreichen? Ich habe mich dazu entschieden, dass Gelber Hund Schweiz eine Kampagne für alle sein soll, kostengünstig und einfach umzusetzen. Wir sind jetzt seit Ende Januar aktiv hier in der Schweiz und haben schon so viel erreicht - nämlich euch :-)
Ihr seid selber aktiv geworden, habt nachgefragt, gelbe Schleifen an eure Leinen gebunden und Poster aufgehängt und genau so soll es bleiben. Eure Angebote, uns beim Nähen zu helfen, haben uns sehr berührt (wir kommen auf jeden einzelnen zurück) und uns davon überzeugt, dass ihr alles seid, was die Kampagne braucht: Menschen, die anpacken und selber machen.

Die einzige offizielle Ländervertretung von Gulahund/ Yellowdog hier in der Schweiz wird ehrenamtlich und ohne Gewinnerzielungsabsicht arbeiten, das heisst, alles, was wir verkaufen und anbieten - zur Zeit sind das die offiziellen gelben Schleifen und Halstücher - geben wir zum Selbstkostenpreis plus Porto weiter. Das Downloadangebot von Flyern und Postern ist kostenfrei.

Auf Grund von langwierigen und schwierigen Diskussionen haben wir beschlossen, auf Sponsoren zu verzichten. Wenn jeder von Euch ein Poster ausdruckt und aufhängt, dann ist das mehr als genug. Das bedeutet auch, dass niemals ein offizielles Mitglied von Gelber Hund Schweiz mit der Bitte um finanzielle Mittel an Dritte herantreten wird!

Ich bitte um Respekt für unsere Entscheidung und auch für die Arbeit, die unsere schwedischen Kollegen in diese Kampagne stecken. Alle Infomaterialien (Poster, Flyer), die auf der Homepage, Facebook oder Google+, von gelberhund.ch und Gulahund/ Yellowdog (gulahund.se) und natürlich auch die Seiten und deren Angebote anderer teilnehmender Länder, stehen unter Copyright! Sie sind kostenfrei und dürfen nur unverändert benutzt und verbreitet werden.

Selbstverständlich werden die oben genannten Dinge noch ausformuliert und dann hier im Impressum zu finden sein.

Go yellow!

Was für eine grandiose Idee! Die aus Schweden wieder :-) Ich habe schon so oft darüber nachgedacht, wie ich anderen Hundebesitzern signalisieren kann (über das Feld schreien ist irgendwie keine Option), dass mein Hund mehr Freiraum braucht. Jetzt macht sich eine Bewegung aus Schweden auch bei uns breit, die mir aus der Seele spricht.

Wer das Sofa mit einem "Gelben Hund" teilt, teilt auch den täglichen Spiessrutenlauf und die täglichen Rechtfertigungen, weil wir eben keinen Hund haben, der einfach funktioniert. Uns würde es so sehr helfen im Alltag und im Training mit unseren (gelben) Hunden und auch während der Trainingsstunden in der Hundeschule, weiter zu kommen, wenn andere Hundebesitzer ihren Hund zu sich rufen würden (ja, ich weiss, ihr Hund ist freundlich, will nur spielen und tut nix), keine Spielzeuge zu werfen, um ihren Hund abzulenken, das lenkt auch meinen Hund ab und wenn unsere Mitmenschen unsere Hunde nicht einfach ansprechen, anlocken oder anfassen würden. Das wäre grandios!

Ein Hund kann aus unterschiedlichen Gründen mehr Freiraum brauchen, er kann krank sein, oder gerade im täglichen Training, vielleicht ist er ein "2nd-Hand-Hund", der neu in seiner Familie ist und noch nicht so sicher in seiner neuen Umgebung ist, es kann eine läufige Hündin sein, oder der Hund ist einfach nur alt. Es gibt so viele Gründe aus denen mein Hund mehr Freiraum brauchen könnte, als ihm gegeben wird.

Bitte unterstützt uns auch hier in der Schweiz! Gelbe Markierung am Hund? Bitte mehr Freiraum!